D. Nazagdordsh                Nachdichtung: Renate Bauwe
Meine Heimat

Chentij, Changai, Sajan – erhabene Bergesrücken,
Grün prangt der Norden im Schmuck der Wälder.  
Menen, Scharga, Nomin – ihr Wüsten, ihr sandigen Meere,
Mit goldenen Dünen umkränzt ihr des Südens Stirn.

    Das ist meine Heimat,
    Meine schöne Mongolei.

Cherlen, Onon, Tuul – wie wunderbar klar sind eure Wasser!
Aus tausend Brunnen quillt's, gesegnet, ohne Ende.
Chöwsgöl, Buir, Uws, ihr tiefen blauen Seen!
All ihr stillen verborgenen Weiher, wie labt ihr freundlich Mensch und Tier.

    Das ist meine Heimat,
    Meine schöne Mongolei.

Was gleicht an Schönheit meinen Flüssen Orchon, Selenge, Chuchui?
Wer ahnt der Berge Reichtum, der namenlosen Hügel?
Im Steppengras zwischen Ruinen träumt ein steinern Bildnis
Ein Weg führt vorüber, führt dich in weite Fernen.
 
    Das ist meine Heimat,
    Meine schöne Mongolei.

Fernher schimmern schneeverhüllt der Götter Berge.
Unter blauem Himmel lichtes, stilles Land.
Schroffer Fels hält, stummen Recken gleich, die Wacht,
Freier Steppenatem macht die Herzen weit und leicht.
 
    Das ist meine Heimat,
    Meine schöne Mongolei.

Endloses Land der Chalchen zwischen Changai und Gobi –
O Jugend, schnellen Hufs durchmaßen wir die Weiten,
Folgten der Spur des Wolfs hoch oben in den Bergen,
Flogen durchs weite, lichte Tal im Wettkampf der Pferde.

    Das ist meine Heimat,
    Meine schöne Mongolei.

Hier wiegt schlankes Gras im Wind die Ähren.
Hier gaukelt Steppe dir manch wundersames Bild.
Hier fanden die Gerechten sicheres Versteck
Und Götter Opfergaben auf steinernem Altar.
 
    Das ist meine Heimat,
    Meine schöne Mongolei.

Gute Weiden gibt es, zartes, süßes Gras,
Weite Steppe lockt, dem Wind zu folgen,
Lenkt den Nomadenzug in immer neue Gründe
Und lässt auf gutem Boden Korn gedeihen.
 
    Das ist meine Heimat,
    Meine schöne Mongolei.

Hier ruhen unsre Väter still im Schoß der Berge,
Hier wachsen ihre Kinder auf und ihre Enkel,
Hier füllen satte Herden alte Steppenweiden,
Hier lauscht das Land dem Herzschlag der Mongolen.

    Das ist meine Heimat,
    Meine schöne Mongolei.

Winters, wenn das Land in Schnee und Eis sich hüllt,
Leuchtet es und funkelt wie Glas und Bergkristall.
Wenn dann Laub und Blumen neue Sommerfreuden künden,
Kehrt auch die Wildgans heim, ihr Schrei erweckt die Stille.

    Das ist meine Heimat,
    Meine schöne Mongolei.

Reiche, unberührte Erde zwischen Altai und Chingan,
Gutes Schicksal gab für immer dich in unsre Hand.
Friedlich liegst du da im Licht der goldnen Sonne,
Leuchtest unvergänglich im Glanz des Silbermonds.

    Das ist meine Heimat,
    Meine schöne Mongolei.

Land der Väter, einst sahst du die Hunnen sinken,
Und die Blauen Mongol kündeten von deinem Ruhm.
Nun sind wir es, heimisch an den alten Feuern,
Die mit roten Bannern eine neue Zeit begrüßen.

    Das ist meine Heimat,
    Meine schöne Mongolei.

Geliebte Heimat, deine Kinder sind nun mündig,
Wachsam, dass kein Feind je deinen Frieden störe.
Blühe, liebes Land, und lass die Nachwelt singen
Von Taten, die wir dir zum Ruhm vollbringen.
 

   
Das ist meine Heimat,
    Meine schöne Mongolei.

                                1933



Mongolische Literatur


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Göttin der Kunste, urlagiin burhan yanjinlham, Jandshinlcham
Jandshinlcham "Göttin der Künste"

Dr. Renate Bauwe und Otgonbayar Ershuu
Dr. Renate Bauwe und E.Otgonbayar
Galerie ZURAG, Berlin Feb. 2012

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